Mein Herz in fremdem Land: Prosa Filmakademie BW – Kurzgeschichten von Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg zum Thema DEMÜTIGUNG

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Beschreibung

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Christoph Fromm wurde am 17. Juli 1958 in Stuttgart, Bad Cannstatt geboren. Er wuchs in Ludwigsburg auf und begann bereits in seiner Schulzeit mit den ersten Schreibversuchen. Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Während des Studiums arbeitete er als Kameraassistent und Beleuchter, seit 1983 dann erfolgreich als Drehbuchautor.
Er schrieb unter anderem für Dominik Graf die Kinofilme „Treffer“, „Die Katze“ und „Spieler“. Für sein Drehbuch „Sierra“ erhielt er 2006 den Deutschen Drehbuchpreis. Der Dreiteiler „Die Wölfe“, den sein Bruder Friedemann Fromm inszenierte, wurde 2009 mit dem International Emmy Award und 2010 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
2006 gründete er gemeinsam mit Tina Lizius den Primero Verlag. Dort veröffentlichte er die Romane „Die Macht des Geldes“, „Stalingrad – Die Einsamkeit vor dem Sterben“ und „Amoklauf im Paradies“. 2013 entstand gemeinsam mit seinem Bruder Friedemann der Polizeiruf „Der verlorene Sohn“, der viel Aufmerksamkeit erregte. 2014 schrieb er, ebenfalls für seinen Bruder, die sechsteilige Fernsehserie „Die Stadt und die Macht“.
2017 erschien mit „Ennos gefährliche Reise“, das erste Buch der Kinderbuchreihe „Gottfried, der Turborabe“, die die Themen Flucht und Integration auf kindgerechte und humorvolle Art und Weise behandelt, ohne sie zu verharmlosen. Christoph Fromm liest daraus mit großem Erfolg an zahlreichen Schulen. Das nächste Buch „Ennos allerbester Freund“ erschien im Dezember 2018, gefolgt von dem dritten Buch „Enno und Kira zeigen es allen“, das im Frühjahr 2020 erscheinen wird.
Christoph Fromm lebt und arbeitet in München. Er unterrichtet auch seit 1992 an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2003 leitet er dort gemeinsam mit Franziska Buch die Drehbuchabteilung.

Tina Lizius lebt und arbeitet in München. Als Künstlerin ist sie sehr vielseitig, neugierig und erfindet sich gleichzeitig immer wieder neu. Tanz und Literatur ist dabei immer grundlegender Teil ihrer Arbeit.
„Ohne die Sprache, das Wort und die Bewegung könnte ich nicht leben. Es ist Teil meines Lebens.“ sagt sie über sich selbst.
Die Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin mit eigener Ballettschule wurde nach ihrer klassischen und modernen Tanzausbildung zusätzlich als Bewegungsanalytikerin zertifiziert und hat sich mit „Tanzmedizin Tamed“ weiter qualifizierte.
Aus dem Projekt „Tanz & Kreatives Schreibforum“ heraus initiierte sie 2009 den Verein „SprachBewegung e.V.“ für Bildungsinstitute. Seither werden erfolgreich Kinder und Jugendliche ermutigt, ihre kreativ geschriebenen Texte in Bewegung umzusetzen.
Darüber hinaus gründete sie das Novo Tanztheater. In ihren Tanzstücken und Büchern greift sie Zeitgenössisches und auch grundlegende Lebensthemen auf, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig auch Spaß machen.
In unzähligen stadtteilbezogenen kulturellen Projekten engagiert sie sich als Text- und Installationskünstlerin, organisiert Lesefestivals und Lesungen, choreografiert und gestalte. Sie ist Vorstandsmitglied des Kulturzentrums Mohr-Villa München.
Tanz trifft Literatur setzt sie auch konsequent in ihren Kinderbüchern um, wo sie ihre Erlebnisse mit ihren Schüler*innen und deren Wünsche, Träume und Ängste aufgreift und mit einfließen lässt. Inzwischen hat sie als Autorin erfolgreich zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht.
Zuletzt erschien: Lisa und Egon – Ein Nilpferd tanzt den Nussknacker aus Zooenzuckerland.
Mit dem Primero Verlag, den sie gemeinsam mit Christoph Fromm gegründet und bis 2019 geleitet hat und seither mit TALINOVO BOOKS, war und ist sie auch verlegerisch aktiv.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Mein Schlaf ist ein schwarzes Tuch.
In der Nacht ist es zu kurz. Ich ziehe es mir von den Füßen meines Teufels her über die Knie, erreiche gerade die Brust und will meine Schultern zudecken. Da sind meines Teufels Füße wieder nackt. Bedeckt mein Teufel seine Füße, frieren meine Schultern. So geht das halbe Nächte.
Am Morgen ist das Tuch zu lang. Unter dunkler Flagge liege ich begraben und träume. Von Träumen verschüttet bin ich ein Lawinenopfer des Schlafs, ein glückliches Opfer. Vergessen und mit Vergessen gesegnet schaufle ich mich nicht frei. Und selbst wenn ich wollte und die Dunkelheit zu den Rändern durchschwämme – schwarzer Schnee, der unter meinen Bemühungen zu Meerwasser zerrinnt – ich fände weder Strand noch Ufer, kein gleißend helles Loch, durch das ich schlüpfen könnte.
So schlafe ich und träume und durch meines Schlafes dunkle Wasser streckt sich die Hand meines Teufels. Ich denke noch: „Lass meine Träume süß und den Schlaf ihre Decke sein“, doch da ist die Hand schon zur Faust geballt und reißt mich empor.
Im Spiegel suche ich mich, aber finde nur Schatten. Hinter mir steht mein lachender Teufel und als ich zur Seite taumle, sehe ich kurz sein Gesicht widerspiegeln. Es ist freundlich, hell und rasiert. Es gleicht meinem aufs Haar. Mein Herz ist ein blauer Klumpen Eis.
(Aus: „Teufel“ von Toke Constantin Hebbeln)